Über uns

Der Amnesty-Gründer: Peter Benenson

Wer ist Amnesty International?

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch mehr als 60 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

Unsere Gruppe macht weiter …

Seit 1974 gibt es auch im Landkreis Harburg eine Gruppe von Amnesty International. Wir treffen uns einmal im Monat in der St. Petrus Gemeinde in Buchholz.

Wir nehmen an Eilaktionen für Gefangene teil, die akut von Folter oder Todesstrafe bedroht sind. Die aktuellen „Briefe gegen das Vergessen“ liegen regelmäßig in der Stadtbücherei Buchholz aus. Unsere Gruppe beteiligte sich auch an der internationalen Kampagne zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und u.a. an Kampagnen

• gegen die Todesstrafe
• gegen das „Verschwindenlassen“ und politischen Mord
• für den weltweiten Schutz der Rechte eingeborener Völker
• gegen Menschenrechtsverletzungen an Frauen
• für die Erhaltung des Asylrechts
• für die Unterstützung von Behandlungszentren für Folteropfer
• für die Beendigung der Folter

Ferner beschäftigen wir uns intensiv mit der Menschenrechtssituation in der Türkei und betreuten dort seit kurzem einen jungen Mann, der bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt wurde.
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Öffentlichkeitsarbeit, denn Amnesty International braucht ideelle und finanzielle Unterstützung. Zu diesem Zweck gestalten wir verschiedene Veranstaltungen, wie z.B. Ausstellungen, Schulstunden, Gottesdienste oder Info-Abende.

24. Januar 2020